Karin Sander, Gebrauchsbilder/Patina Paintings (2014-)



Programm 2019

Der diesjährige Ausstellungszyklus beginnt am Sonntag, 9. Juni 2019, 14-17 Uhr. Karin Sanders Gebrauchsbilder, die seit 2014 in Amden ausgestellt sind und dabei die Patina des Ausstellungsortes angenommen haben, werden an jenem Sonntag zum letzten Mal zu sehen sein. Ab Herbst kann man den Gemälden in einer Ausstellung der ETH Zürich wieder begegnen. Wir verabschieden die Gemälde am 9. Juni mit einer Finissage. Bill Burns, der letztes Jahr in Amden die Performance The Salt, the Donkey, the Apple (2018) zeigte, stellt am 9. Juni seine neue Edition vor und zeigt Zeichnungen. Das zweite Datum, das Sie sich bitte schon vormerken wollen, ist Sonntag, 18. August 2019. An jenem Tag werden wir die Ausstellung von Marie Matusz eröffnen, über die Sie an dieser Stelle bald mehr erfahren werden.

Eine der Fragen, denen die Ausstellungen in Amden nachgehen, ist jene nach den skulpturalen Eigenschaften dieses einfachen, landwirtschaftlichen Zweckbaus, der seine eigentliche Bestimmung verloren hat und seit einigen Jahren durch die neue Verwendung als Auslöser ästhetischer Erfahrungen erlebt werden kann. Die letztjährige, immer noch zu sehende Intervention der Ausstellungsmacherin Judith Clark ist dafür beispielhaft. Die 2015 begonnene Neuausrichtung des Programms zeigt sich in der zeitlichen Ausdehnung und Verschränkung verschiedener Projekte. Letzten Herbst kam die britische Künstlerin Elizabeth Wright nach Amden, um die digitale Skulptur Involuntary Work: Atelier Amden (2018) vorzustellen. Es handelt sich um eine digitale Repräsentation des Gadens in Form bewegter Bilder, die Wright online stellte. Die Künstlerin arbeitete mit Digitalisaten, die sie im Jahr zuvor in Amden von Oberflächen des Ausstellungsgebäudes anfertigte. Mit dem Titel bezieht sich die Künstlerin auf die Sculptures involontaires, die der französischen Fotograf Brassaï in den 1930er-Jahren in der surrealistischen Zeitschrift Minotaure publizierte. Es handelt sich um Aufnahmen unscheinbarer, kleiner Dinge, über die Rosalind Krauss in Anspielung auf die Surrealisten gesagt hat, es handle sich um das automatische Schreiben der Welt.

Bitte besuchen Sie die Skulptur von Elizabeth Wright online unter www.involuntaryworks.com

Permanent zu sehen sind weiterhin auch die von Adrian Schiess bemalten Gläser eines der beiden Fenster des Weidgadens. Seine Arbeit ergänzt die auf Dauer angelegten früheren Interventionen von Judith Clark und Vaclav Pozarek. Zu quasi due buchi (2017) hat Pozarek ein Künstlerheft gleichen Titels gestaltet, das wir Ihnen auf Wunsch gerne zustellen.







Bill Burns mit dem Poster The Great Trading Project (2019)







Publikation zur Geschichte des Atelier Amden.
Atelier Amden 1999–2015

Anya Gallaccio, Katharina Grosse, Anselm Stalder, Pawel Althamer, Bruno Jakob, Sarah Rossiter, Elizabeth Wright, Eva-Christina Meier, Rita McBride, Christine Streuli, Adrian Schiess, Annelies Strba, Bill Burns, Mai-Thu Perret, Erik Steinbrecher, Karin Hueber, Giorgio Sadotti, Pamela Rosenkranz, Eran Schaerf, Katalin Deér, Polly Apfelbaum, Kaspar Müller, Brian O'Doherty, Shirana Shahbazi, Vanessa Safavi, Karin Sander

Edition Voldemeer Zürich / de Gruyter 2015
Das Buch liegt in einer deutschen und einer englischen Ausgabe vor und kann im Buchhandel bezogen werden.

«Eine aussergewöhnliche Konfrontation zeitgenössischer Kunst mit der Schweizer Berglandschaft, die zum Ort des sozialen Aufbruchs und des künstlerischen Experiments wurde.»
– Andreas Fanizadeh in: Taz. Die Tageszeitung, 22.12.2015



Edition von Shirana Shahbazi
Bei der Edition handelt es sich um Fotografien, die in der Ausstellung «Tageslicht» im Atelier Amden 2013 entstanden sind.



Shirana Shahbazi
Tageslicht, 2015
2-teilig, Ilfochrome, je 28 x 35 cm, Auflage: 9 + 3 ap
CHF 900.- (o. R.)
zu bestellen bei roman.kurzmeyer@bluewin.ch




Karin Sander «Gebrauchsbilder / Patina Paintings»

Seit 15. Juni 2014 zeigt Karin Sander im Atelier Amden die Ausstellung «Gebrauchsbilder / Patina Paintings». Die Ausstellung ist jederzeit zugänglich, der Wanderweg ab Busstation Lehni zur Ausstellung ist markiert. Gutes Schuhwerk wird empfohlen.

Kommende Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung werden hier angezeigt.

«Die Gebrauchsbilder entstehen an dem Ort, an dem sie hängen. Die grundierten Bildträger werden ohne vorherige Manipulation an einen ausgesuchten Ort transportiert und verbleiben dort ungeschützt für einen zu bestimmenden Zeitraum. Sie sammeln die spezifische Patina ihres Ortes und bilden diesen ab. Dieser Vorgang des Aufnehmens kann unendlich lang andauern oder irgendwann unterbrochen werden. Zeitraum, Name des Ortes und Grösse bestimmen das Bild und geben ihm seinen Titel.»  Karin Sander

«The Patina Paintings, called Gebrauchsbilder in German [the term implies both that the canvases are consumer objects and that they fulfil a need] are created in the locations where they are hung. The primed image carriers are taken, without prior manipulation, to a selected location and remain exposed there for a period of time to be determined. They absorb and reproduce the specific patina of this location. This process of absorption can continue infinitely or be interrupted at some point. Duration, the name of the location, and size determine the painting and provide its title.» Karin Sander




Zugverbindungen ab Zürich: jeweils 12 Minuten und 43 Minuten nach der vollen Stunde, umsteigen in Ziegelbrücke. Bus ab Ziegelbrücke nach Amden bis Station Lehni. Ab Station Lehni ist der Wanderweg zur Ausstellung markiert.