Elizabeth Wright
* 1964, lebt in London

Am 1. September 2018 stellte Elizabeth Wright im Atelier Amden die digitale Skulptur Involuntary Work: Atelier Amden (2018) vor, abzurufen ist das Werk unter www.involuntaryworks.com. Es handelt sich um eine digitale Repräsentation des Weidgadens, in dem seit 1999 Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst zu sehen sind. Die britische Künstlerin arbeitete mit Digitalisaten, die sie im Jahr zuvor von den Oberflächen des Ausstellungsgebäudes anfertigte. Mit dem Titel bezieht sich Wright auf die Sculptures involontaires, die der französischen Fotograf Brassaï in den 1930er-Jahren in der surrealistischen Zeitschrift Minotaure publizierte. Es handelt sich um Aufnahmen unscheinbarer, kleiner Dinge, über die Rosalind Krauss in Anspielung auf die Surrealisten gesagt hat, es handle sich um das automatische Schreiben der Welt.

„Im Vorfeld fertigte ich eine digitale Bildserie von der Oberfläche der ehemaligen Scheune, bekannt als Atelier Amden. Dafür benutzte ich die Open-Source-Technologie Reflectance Transformation Imaging (RTI). Diese Methode wird überwiegend in der Archäologie eingesetzt, um Informationen über das Äußere eines Artefakts zu gewinnen, die dem bloßen Auge nicht zugänglich sind. Es wurde eine fortlaufende 360-Grad-Aufnahme von der Außenwand des Gebäudes gemacht. In einem systematischen Arbeitsaufbau entstanden bei gleichbleibender Aufnahmehöhe zahlreiche separate Aufnahmen. Nachdem diese zu einem fortlaufenden Loop zusammengefügt waren, stach ein kleiner Abschnitt hervor, der den Spalt zwischen zwei Holzlatten zeigt. Er erwies sich als repräsentativ für den gesamten Archivierungsprozess. (...) Durch das digitale Rendering der Fassade des Gebäudes kann das Atelier Amden als skulpturale Form auch aus großer Distanz erfahren werden. Es ist eine digitale Reise, auf der ein Screen als Medium der Archivaufnahmen dient. Das Vermächtnis, die primäre Textur, wird durch digitale Technik verbreitet, sodass sich der sinnliche Eindruck des Ortes über visuelle Datensplitter vermittelt.» Elizabeth Wright, 2018